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Was bedeutet das Zertifikat der AGT?

Was ist ein Zertifikat?
Warum zertifiziert die AGT Testamentsvollstrecker?
Was prüft die AGT vor Vergabe des Zertifikats?
Warum vergibt die AGT das Zertifikat nur für drei Jahre?
Wie viel ‘Berufserfahrung’ muss ein Testamentsvollstrecker haben?
Welchen Nutzen hat das Zertifikat?

Was ist ein Zertifikat?

Mit Zertifikat werden herkömmlicherweise die Ausbildungsabschlüsse von privaten Institutionen bezeichnet, deren Lehrinhalte nicht staatlich reglementiert sind und bei deren Erwerb auch keine amtliche Stelle mitwirkt. mehr

Warum zertifiziert die AGT Testamentsvollstrecker? mehr

Was prüft die AGT, bevor das Testamentsvollstreckerzertifikat vergeben wird?

Die AGT prüft zunächst die Lehrgangsinhalte des Fortbildungsinstitutes, das einen zur Zertifizierung führenden Ausbildungsgang anbieten will, insbesondere auf Kursinhalt, Qualifikation der Referenten und Einhaltung der Prüfungsbedingungen bei den Klausurarbeiten. Im Rahmen der Antragstellung prüft die AGT sodann jeden einzelnen Antrag individuell daraufhin, ob die Voraussetzungen der AGT-Zertifizierungsrichtlinien des Antragstellers im Einzelfall erfüllt sind, zu denen neben dem Ausbildungsnachweis auch hinreichende Erfahrungen in einem der Testamentsvollstreckung zumindest nahestehenden Beruf sowie die Unterhaltung einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung gehört. Anschließend überprüft die AGT die ständige Fortbildung (Rezertifizierung) der von ihr zertifizierten Testamentsvollstrecker.

Warum vergibt die AGT das Zertifikat nur für 3 Jahre?

Alles Wissen veraltet. Die AGT verlangt daher von den durch sie zertifizierten Testamentsvollstreckern, dass sie sich laufend fortbilden. Das Zertifikat wird daher nur befristet vergeben. Innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren muss der zertifizierte Testamentsvollstrecker mindestens 15 Zeitstunden an Fortbildung nachweisen und diese sowie das Fortbestehen seiner Vermögensschadenhaftpflichtversicherung im Rahmen eines Rezertifizierungsverfahrens gegenüber der AGT belegen. Anderenfalls verliert er die Befugnis zur Führung des Zertifikates.

Wie viel ‘Berufserfahrung’ muss ein Testamentsvollstrecker haben, um das Zertifikat zu erlangen?

Bis zu den Urteilen des Bundesgerichtshofs vom 11.11.2004 war die Testamentsvollstreckung nahezu ausschließlich den Rechtsanwälten und Notaren vorbehalten. Seither steht fest, dass die erbrechtlichen Vorschriften des BGB keine besonderen Anforderungen an die Qualifikation eines Testamentsvollstreckers vorsehen. Erst recht setzen sie keine „Berufserfahrung“ als Testamentsvolltrecker voraus. Jedermann kann Testamentsvollstreckungen übernehmen.

Ein von der AGT zertifizierter Testamentsvollstrecker (–>) unterscheidet sich von einem „Jedermann-Vollstrecker“ nicht nur durch den Nachweis theoretischer Kenntnisse und das Vorliegen einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, sondern auch durch seine individuellen praktischen Fertigkeiten. Geregelt ist dies in den Zertifizierungsrichtlinien der AGT vom 10.03.2006.

Bei einem Richter, Notar, Rechtsanwalt, Steuerberater, vereidigten Buchprüfer, verkammerten Rechtsbeistand oder Certified Estate Planner werden die für eine Testamentsvollstreckung notwendigen praktischen Fertigkeiten vermutet, wenn er mindestens seit zwei Jahren in seinem Beruf tätig ist. Dies liegt darin, dass diese Berufsgruppen tagtäglich mit der Lösung praktischer Aufgabenstellungen zu tun haben, wie sie auch bei Testamentsvollstreckungen häufig anstehen. Diese Auffassung hat Kritik erfahren.

So hat der Bundesgerichtshof am 09.06.2011 (Az. I ZR 113/10) entschieden, dass eine zweijährige Berufstätigkeit als Rechtsanwalt, Notar oder Richter nicht genügt, um neben der Bezeichnung Testamentsvollstrecker (AGT) auch den Zusatz „Zertifizierter Testamentsvollstrecker (AGT e.V.)“ führen zu dürfen. Vielmehr seien praktische Erfahrungen auf dem Gebiet der Testamentsvollstreckung erforderlich, wobei deren genauer Umfang noch klärungsbedürftig ist. Zwei Vollstreckungen sollen jedenfalls dann nicht ausreichen, wenn sie sich nach Art und Umfang nicht von einer üblichen Testamentsvollstreckung unterscheiden. (Pressemitteilung des BGH)

Die AGT hat die Entscheidungsgründe des BGH sorgfältig analysiert, siehe dazu hier. Einen Kommtar von RA Rott, Vorstandsvorsitzende der AGT, zum BGH-Urteil finden Sie hier: Kommentar RA Rott.

Welchen Nutzen hat das Zertifikat der AGT?

Das Zertifikat der AGT steht für:

  • Fundierte Ausbildung
  • Hinreichende Qualifikation
  • Regelmäßige Fort- und Weiterbildung
  • Versicherungsschutz

Die AGT führt und veröffentlicht eine Testamentsvollstreckerliste. Die darin aktuell rd. 500 gelisteten Testamentsvollstrecker haben sich einem den Zertifizierungsrichtlinien der AGT entsprechenden Prüfungsverfahren unterworfen und erfüllen somit den Qualifizierungsanforderungen der AGT.

Die Testamentsvollstreckerliste ermöglicht die individuelle Suche nach Testamentsvollstreckern anhand ihrer persönlichen Daten und Kompetenzen.

 

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